In früheren Zeiten tummelten sich neben den Landstraßen oft feurige Männer. Sie wagten sich an dunklen Abenden und Nächten an die Fuhrleute heran und begleiteten sie, damit sie nicht vom Weg abkommen sollten. Gespenstisch leuchteten sie in die Finsternis hinein. Nie taten sie von sich aus den Menschen etwas Böses an. Sie verlangten aber einen kleinen Dank, etwa ein Krümchen Brot oder ein “Vergelt´s Gott”. Wer das nicht wusste oder zu geizig war, der konnte sicher sein, dass er von den feurigen Männern unbarmherzig in die Irre geführt wurde.
Diese Erfahrung musste einst ein Bauer machen. Er hatte auf der Mühle zu tun und wurde auf der Heimfahrt von der Dunkelheit überrascht. Da er noch den heimtückische Waldstück zu passieren hatte, rief er in seiner Not die Feuermännlein und versprach ihnen einen Laib Brot. Sie kamen und halfen. Bis an sein Haus leuchteten sie ihm. Als sie aber den Lohn verlangten, vertröstete er sie, sie sollten doch ein anderes Mal wiederkommen. Das taten sie auch, aber der Geizhals jagte sie weg.
Nach einiger Zeit passierte dem Bauern das gleiche Missgeschick. Wieder verspätete er sich bei der Mühle, und abermals brach die Nacht herein. Wieder bekam er es mit der Angst zu tun und rief nochmals die feurigen Männlein. Sie erschienen auch, führten ihn aber diesmal samt Fuhrwerk und Pferden in ein Sumpfloch, wo er jämmerlich ums Leben kam.
Aus anderen Erzählungen erfahren wir, dass die Feuermänner verwunschene Gestalten waren, die nur durch die Dankbarkeit der Menschen erlöst werden konnten. So sagte eine überglückliche Mutter aus dem Schwarzenfelder Raum zu einem Feuermann, der ihr geholfen hatte in völliger Dunkelheit ihr verirrtes Kind wieder zu finden: “Möge dir der liebe Gott vergelten, was du heute für uns getan hast.” Darauf erwiderte jener, wie es heißt, mit freudiger Stimme: “Auf diese Rede habe ich schon hundert Jahre gewartet. Jetzt hast du mich erlöst.” Daraufhin wurde er in dieser Gegend nicht mehr gesehen. Dasselbe erlebte auch ein Bauer aus der Nähe, dem in der Nacht der Regen die Laterne ausgelöscht hatte.
Ein Feuermann half, und nachdem sich der Bauer herzlich bedankt hatte, verschwand er für immer in der Dunkelheit. Verständlich, warum die feurigen Männer so sehr auf einen Dank der Menschen warteten, wenn sie dadurch erlöst wurden.
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