Die wilde Jagd wollte so mancher Erzähler auf dem Heimweg schon gehört haben.
Zumeist beherbergte ein nahe gelegener Berg das Geisterreich des wilden Jägers. Aber nur in tosenden, stockdunklen Nächten blies er zur Jagd. Schemenhafte Gestalten auf Pferden mit fliegenden Mähnen stürmten dann mit ohrenbetäubendem Sausen und Brausen unter Hufegetrappel und Hundegeheul den Hang herab. Die wilde Jagd riss alles mit, was auf Weg und Steg anzutreffen war, kehrte Wälder und Straßen rein und trieb alle, die um diese Stunde noch draußen weilten, heim in die schützenden Wände.
Eines Nachts war ein Bursche auf dem Heimweg über den Grafenberg von Rottendorf nach Trisching. Er hatte im Wirtshaus ein bisschen viel getrunken, so dass ihm leicht um sein Gemüt war. Als er den Bergkamm erreicht hatte, hob hoch oben in der Luft ein Heulen und Pfeifen an, dass man meinte, die Welt ginge unter. Plötzlich fiel vor dem Burschen ein großer schwarzer Hund nieder. Er wollte ihn vertreiben, doch der Hund sperrte seinen Rachen weit auf. Feuer und Schwefeldampf quollen heraus. Aus der Ferne rief jemand: “Niederlegen! Das Gesicht auf den Boden!” Der Bursche warf sich auf die Erde und vergrub sein Gesicht. Da brauste auch schon die wilde Jagd über ihn hinweg. Er getraute sich den Kopf nicht zu heben. Bald bellten viele hundert Hunde, dann wieder nur einer oder zwei. Lange lag er so da. Als es endlich ruhig geworden war, sprang er auf und eilte nach Hause. Nie wieder ist er allein und so spät diesen Weg gegangen.

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