Das Rauberweiherhaus
Das ursprünglich in einer Seen- und Waldlandschaft im heutigen Kreis Schwandorf gelegene Rauberweiherhaus wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts erbaut. Seit seiner Entstehung wurde es begleitet von langjährigen Streitfällen und erfuhr häufig Besitzerwechsel. Abgesehen von seinen baulichen Besonderheiten, für die bisher noch keine Parallelen gefunden werden konnten, stellt das Rauberweiherhaus hinsichtlich seiner Funktion eine ungewöhnliche und variable „Mischform“ dar, die je nach Nutzung und Wertschätzung durch den Besitzer anders ausfiel. So war dieses Haus Mühle und Landsassengut unter einem Dach, beherbergt den Müller, diente zeitweilig als Jagdsitz, Hauptwohnsitz oder als wohnlich nicht genutztes bloßes Besitztum, als Wirtshaus und zuletzt als Lagerraum, bis es 1984 abgetragen und ins Oberpfälzer Freilandmuseum transloziert wurde. Diese bewegte Geschichte brachte zu allen Zeiten Veränderungen im inneren des Hauses mit sich, zuletzt fehlt sowohl die angebaute Schneidermühle wie auch die ursprünglichen Nebengebäude und so müssen trotz des umfangreichen Aktenmaterials, das die Streitfälle erläutert und trotz den ausführlichen und gründlichen Baudokumentation durch das Oberpfälzer Freilandmuseum manche Fragen nach der Nutzung der einzelnen Räume im Haus offenbleiben. Bei der Rekonstruktion der Einrichtung wird man auf Vermutungen und Schlüsse, gestützt auf vergleichende Forschung, angewiesen sein, beispielsweise fällt es besonders durch das Fehlen der Nebengebäude und durch die Umbauten in den Küchen schwer, den Tätigkeiten wie Backen, Waschen, Schlachten und Braten innerhalb der zur Bearbeitung anstehender Zeit von 1733 bis 1765 sicher ihren Platz zuzuweisen.
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