Ein langwieriger Rechtsstreit

Bisheriger Wohnsitz Sechsers scheint das Forsthaus in Taxöldern gewesen zu sein; von diesem Haus war eine Wetterfahne bekannt mit der Beschriftung „Partol. V. Sechser: AN 1675“.
Nach dem Ablegen der Landsassenpflicht wurde Sechser 1710 in den Adelsstand erhoben und bekam die Erlaubnis zum Bau einer Mahlmühle und einer Schneidsäge, 1712 war der Bau abgeschlossen. Das Ergebnis dendrochronologischer Untersuchungen und der Hinweis auf eine ehemals vorhandene Wetterfahne mit der Datierung „B. S. 1712“ bestätigen diese Angaben.
Mit der Erteilung der Landsassenfreiheit und des hohen Wildbanns begann ein langwieriger Rechtsstreit mit dem benachbarten Fronberger Gutsbesitzer Wilhelm Franz von Spiering, der von Sechser Schadensersatz für widerrechtlich in Anspruch genommene Gebiete forderte. 1717 schließlich, als sich die Summe auf über 13 000 fl. belief, erklärte sich Sechser dazu bereit, Spiering das Landsassengut für 10 000 fl. zu überlassen. Die Ratifizierung dieses in Form eines Eventualkaufvertrages gemachte Übereinkunft lehnte die Regierung in München ab mit der offiziellen Begründung, dass die vorher geltend gemachte Forderung des Simon Sechser als des nächsten Verwandten Vorrang hätte. Entscheidend aber waren die Bedenken, dass dieses neu entstandene Landsassengut mit allen Pertinenzen nach Fronberg, d. h. in Pfalz-Neuburger Gebiet gezogen werden könnte.
Es finden sich in den Quellen immer wider Hinweise auf die mißliche finanzielle Situation des Bartholomäus Sechser. Einquartierungen wahrscheinlich in seinem Haus in Bruck im Zusammenhang mit dem Spanischen Erbfolgekrieg schädigten ihn offenbar sehr. 1719 erhob er Einspruch gegen die Höhe der von ihm geforderten Steuern für das Landsassengut mit der Begründung, dass dort noch nicht einmal ein Bauern- oder Tagelöhnerhaus stünde.
Nach dem Tode des Bartholomäus Sechser kam das Landsassengut an dessen Neffen Simon Sechser, der sofort neun Tropf- und „Leerhäuser“ bauen ließ, um nun endlich neue Untertanen heranzuziehen. 1725 vergab er den Grund zum Bau eines Hauses an Hans Dürrigl, einen Hirten. Zwei Jahre Später erhielt für treu geleistete Dienste von Jugend an offenbar das selbe „neuerbaute Häusl zur Unterhaltung eines Hüters“ der Jäger Erhard Venzl.
1697 ist Simon Sechser als Forstmeister zu Taxöldern belegt. Er starb 1727 im Alter von 66 Jahren, seine Frau Maria Ursula lebte bis 1728 und starb 54 jährig. Sie hinterließen zwei Söhne, Salomon Josef, ebenfalls Forstmeister zu Taxöldern und Johann Ignatius, Verwalter in Fischbach. Eine Tochter Namens Anna Eva Katharina, geb. 1693, vermählte sich am 3. Dez. 1713 mit Johann Wolfgang Kammerer, Apotheker zu Auerbach. Zeugen bei der Hochzeit waren: Adam Melchior Voith von Voithenberg und Johann Friedrich Amman, Gastwirth zu Ehenfeld. Durch das Testament der ledigen Maria Catharina Danhauserin, die 1725 auf Bodenwöhr starb, erfahren wir, dass Simon Sechser bei ihr 1000 fl. Schulden hatte. Sie war die Schwägerin des Bartholomäus Sechser und lebte bei ihrem Gevatter Unger, dem damaligen Verweser auf Bodenwöhr. In ihrem letzten Willen bat sie darum, neben ihrer Schwester und ihrem Schwager in Bruck bestattet zu werden.

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