Bürgerfamilie Sechser
Die Sechser erscheinen ursprünglich als Bürgerfamilie zu Nabburg. Johann Paul Sechser, Ratsherr zu Nabburg lebte noch im Jahre 1697.
Seine Tochter Anna Barbara Sechser vermählte sich am 06.05.1697 mit Anton Soldati, Kaufmann zu Bayreuth.
Die Trauung vollzog Johann Michael Sechser, Pfarrer zu Kemnath bei Fuhrn (1695-1714), und der gestrenge Herr Bartholomäus Sechser, Pfleger und Forstmeister zu Bruck. Letzterer stiftete vor seinem Tode (1721) mit 50 fl. einen Jahrtag zu Taxöldern, wo er 21 Jahre als Forstmeister gelebt hatte.
Die Angaben zur Person des Bartholomäus Sechser sind widersprüchlich. Im Jahr 1706 bezeichnete er sich offenbar selbst als 66jähriger und ist demnach 1640 geborgen, an anderer Stelle soll er 1710 73 Jahre alt gewesen sein. Auch seine Herkunft ist nicht ganz geklärt, er entstammt entweder einer Nabburger Bürgerfamilie oder war 1652 durch einen Grafen Fugger aus den Waldsteinischen Gütern in Böhmen nach Bayern gelangt. 1666 wurde er Forstmeister von Taxöldern und 1687 Pfleger zu Bruck. Seine Frau Anna Elisabeth Thannhauser kam aus einer Forstmeisterfamilie, die in Hirschwald bei Amberg ansässig war. Sie starb 1702 im Alter von 65 Jahren. Bartholomäus Sechser lebte bis 1720 oder 1721; die Grabsteine des Ehepaares befinden sich in der Kirche von Bruck.
Unklar ist, in welchem Jahr er wirklich in den Besitz des Gebietes am Rauberweiher gekommen ist, offenbar hatte er es Stück für Stück erworben; Interesse zumindest hatte er bereits nach dem Hochwasser 1682 gezeigt. 1699 bezeichnete er das Weiherhaus mit den zugehörigen Weihern und Ländereien als sein Eigentum und war bestrebt, sich auch die angrenzenden Gehölze übereignen zu lassen. Urkundlich belegt sind zwei unterschiedliche Angaben über den Kauf. Demnach verkaufte das Kloster St. Clara am 30.01.1701 „den gesamten Besitz mitsamt der bereits, satt des unterm Rauberweiher gestandenen, aber ganz verödetem Wohnhaus, durch H. Sechser neu erbaute Mühle an Bartholomäus Sechser“, an anderer Stelle gab Sechser selbst an, das an Pfalz-Neuburger Grenze gelegene Rauberweiherhaus als verödetes Wohnhaus am 20.01.1705 für 2000 fl. vom Kloster St. Clara erworben zu haben.
An dieser Stelle treten Fragen nach dem oben erwähnten „Rauber- oder Weiherhaus“ auf. In den gerade zitierten Kaufverträgen erscheinen ein Weiherhaus, ein „ganz veröde Wohnhaus“ und eine neue Mühle. Auf der Suche nach weiteren Formulierungen, die das diffuse Bild schärfer umreißen könnten, stoßen wir auf eine amtliche Beschreibung des Besitzes aus der Zeit vor 1708, die aussagt, es sei dort außer den fünf Hauptweihern, Wiesen und einen für den Feldbau schlecht geeigneter Sandboden gar nichts „ als ein kleines Häusl vor dem Weyherknecht /: dann die von neuen dahin gebaute Mühle vom Grund weckhgesprunnen:/“, an anderen Stelle ist von seinem Weyherhaus` die Rede. In einem Gesuch um die Erlaubnis zum Bau einer neuen Mühle 1706 schreibt Sechser, dass „ ich die bey meinem in Landtrichter Ambts Neuburg liegend sogenanntes Rauberweyerhaus vill Jahr ganz darnied und ödt gelegens Mühl mit grossen Unkosten widerpauet“, jedoch nicht lange Freude daran hatte, da sie in großer Sommerhitze bis auf den Grund abgebrannt ist; in Ermangelung an Steinen und sonstigen Baumaterialien und wegen des Krieges, der ihn arg geschädigt und in finanzielle Schwierigkeiten gebracht habe, wäre es Sechser nicht möglich gewesen, die Mühle wieder aufzubauen. Nun aber würde er von den Bewohnern der umliegenden Dörfer zum Bauern gedrängt, damit sie nicht mehr nach Fronberg und Schwandorf, d.h. in Pfalz-Neuburgisches Gebiet, zur Mühle gehen müsste.
Freundschaftswerbung - Anfrage per E-Mail
Copyright © by FSUI 2007
weitere Seiten Infos zu
